Heartless – Das Herz der Verräterin (Bd. 2) – Sara Wolf

Ich bin wütend. Enttäuscht. Verzweifelt.

Aber erstmal zum Kappentext:

Klappentext

Sie hatte einen Auftrag:
Das Herz des Prinzen zu stehlen.
Doch auch ein herzloses Mädchen 
kann sich verlieben.

Prinz Lucien hätte nie erfahren dürfen, was Zera wirklich ist: eine Herzlose, die ihm wortwörtlich das Herz stehlen sollte. Nun ist jedes Vertrauen zwischen ihnen zerstört. Doch um ihre Tarnung aufrechtzuerhalten, muss Zera weiterhin eine hoffnungslos in den Prinzen verliebte Adelige spielen. Als eine neue Heiratskandidatin für Luvien an den Königshof kommt, stürzt Zera sich verzweifelt in die Aufgabe, ihr eigenes Herz zurückzubekommen: Wenn sie ein uraltes magisches Monster zähmt, wird sie endlich frei sein. Doch die Aufgabe ist lebensgefährlich…

Meine Meinung

Achtung, falls Du meinem Rat gefolgt bist, die Rezension vor dem Kauf des Buches zu lesen, es sind natürlich einige Spoiler vorhanden…

Nachdem mir der erste Band so gut gefallen hat, habe ich mich riesig auf Band 2 gefreut. Vor allem darauf, dass der böse Cliffhanger aus Band 1 endlich fortgesetzt wird. Ich hatte Hoffnung auf viel Liebe, Vergebung und eine Geschichte, in der Zera und Lucien den Kampf gegen den Krieg gemeinsam aufnehmen.

Ich dummes Naivchen…

Bis zu einem gewissen Grad war natürlich zu erwarten, dass Zera sich riesige Vorwürfe macht und Lucien und ihre Freunde schwer enttäuscht von ihr sind. ABER FAST DAS GANZE BUCH LANG?

Zera. Ist. Ätzend. Sie versinkt in Selbstmitleid, Selbsthass und bedauert ihre Entscheidungen. Ihre Freunde sind sauer auf sie, was ja wirklich nicht unvorhersehbar war. Was ich wirklich nicht verstehen kann ist, dass die Beziehung so stark erschüttert wurde. Denn in den zwei Wochen, in denen Zera dort war, haben sie sie zu einem gewissen Grad kennengelernt und auch so viel Vertrauen aufgebaut. 

Aber auch daran ist Zera schuld. Sie macht alles nur schlimmer, indem sie den anderen sogar vorspielt, sie habe gar nichts empfunden und sie wirklich nur ausgenutzt. Selbst als Fione, Lucien und Malachite langsam wieder auf sie zugehen wollen, benimmt sie sich ätzend und zurückweisend ihnen gegenüber. Immer mit der Begründung, nicht gut genug zu sein und die anderen nicht in Gefahr bringen zu wollen. 

Dieser Mantel der Selbstlosigkeit… Ich empfinde das als äußerst egoistisch. Mich ärgert es schon immer, wenn sich Menschen – oder in diesem Fall eine Herzlose – das Recht herausnehmen, für andere zu entscheiden, was besser für sie ist. Denn natürlich will auch Zera eigentlich die Beziehung zu den anderen wieder aufnehmen. Sie möchte Malachite und Fione als Freunde zurück und Lucien als ihren Partner. Und doch stößt sie sie immer wieder von sich, egal wie oft die anderen versuchen, auf sie zuzugehen. Schlimmer noch! Sie beginnt sogar einer neuen Brautkandidatin Hoffnungen auf eine Vermählung mit Lucien zu machen und sie in seine Arme zu treiben. Letztendlich hat man das Gefühl, Zera und ihre Freunde spielen gegeneinander, was ich total schade finde.

Zera hat meine gesamte Sympathie aus Band 1 verloren – und da gehörte wirklich einiges dazu. 

Lucien und Malachite liebe ich immer noch. Bei Fione konnte ich einfach nicht nachvollziehen, dass sie sich so vor Zera fürchtet, trotz dessen, dass sie Zera als Freundin liebgewonnen hatte, nur aufgrund der neuen Erkenntnis, dass sie eine Herzlose ist.

Die wehleidige Zera steht leider wirklich im Vordergrund. Die Geschichte hat sich dadurch so unnötig gezogen und ich konnte mich fast gar nicht auf die Entwicklung der Handlung konzentrieren. Das hat mich wirklich in eine Leseflaute gebracht, was für mich sehr ungewöhnlich ist.

Aber um Mal zur Haupthandlung zurück zu kommen: Zera muss einem Valkerax beibringen, wie man weint, also wie man sich von dem Einfluss der zermürbenden Glut befreit. Das Ziel ist es, den Knochenbaum zu finden. Denn wer den Knochenbaum findet, kann die Valkeraxe beherrschen und so vielleicht den Krieg zwischen Menschen und Hexen endlich beenden. Dafür wird ihr versprochen, dass sie ihr Herz zurück bekommt. Allerdings gibt es da einige Komplikationen, mit denen Zera klarkommen muss… 

Die Handlung klingt an sich also wirklich nicht schlecht und ist auch gut durchdacht. Nur ist der Fokus leider falsch gesetzt.

Fazit

Um die Sache auf den Punkt zu bringen: Band 2 hat mich wirklich enttäuscht. Zwar ist die Haupthandlung interessant, aber man kann sich gar nicht darauf konzentrieren, da die Charaktere so sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Um das wieder gut zu machen, muss Band 3 grandios sein! Generell mag ich die Idee, die Sara Wolf mit dieser Geschichte umgesetzt hat, immer noch, weshalb ich auf jeden Fall Band 3 lesen werde. 

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.