Biss zur Mitternachtssonne – Stephenie Meyer

Klappentext

Endlich Neues von Biss-Autorin Stephenie Meyer. Ihre TWILIGHT-Liebesromane standen über Wochen auf den Spiegel-Bestsellerlisten. Millionen von Leser*innen haben sich mit Bella in Edward verliebt. Jetzt nimmt Edward sie mit in die Tiefen seiner dunklen Vergangenheit.

Die Geschichte von Bella und Edward ist weltberühmt! Doch bisher kennen Leser*innen nur Bellas Blick auf diese betörende Liebe gegen jede Vernunft. In Biss zur Mitternachtssonne erzählt nun endlich Edward von ihrer ersten Begegnung, die ihn wie nichts zuvor in seinem Leben auf die Probe stellt, denn Bella ist zugleich Versuchung und Verheißung für ihn. Der Kampf, der in seinem Innern tobt, um sie und ihre Liebe zu retten, verleiht dieser unvergesslichen Geschichte einen neuen, dunkleren Ton.

Ein Muss für alle Fantasy-Romance-Fans und eine berauschende Liebesgeschichte, die unter die Haut geht.

Meine Meinung

Vorab muss ich sagen, dass ich mich sehr auf dieses Buch gefreut habe. Ich verbinde einiges mit den Biss-Büchern. Durch die Reihe rund um Bella und Edward bin ich erst wirklich zum Lesen gekommen. Ich habe früher hauptsächlich Hörbücher gehört. Diese sind aber meist gekürzt, so auch im Fall von Twilight. Aber ich wollte mehr. Ich war total begierig nach jeglichen zusätzlichen Szenen, sodass ich Biss zum Ende der Nacht gelesen habe. Und danach nicht mehr aufhören konnte.

Diese Geschichte bedeutet mir also einiges und ich liebe sie von der ersten biss zur letzten Seite (höhö, Wortwitz).

Dementsprechend habe ich mich riesig auf das Erscheinen des Buches gefreut. Ich hatte schon die wenigen kostenlosen Szenen auf Englisch gelesen, die frei zugänglich waren. Stephenie Meyer hatte ja bereits vor Jahren begonnen, das Buch zu schreiben, wurde dann aber von jemandem aus ihrem engsten Kreis verraten, der die Szenen an die Öffentlichkeit weitergegeben hat. Es hat sie danach sehr viel Zeit gekostet, das Buch überhaupt wieder in Angriff zu nehmen, da sie dieser Vertrauensbruch sehr getroffen hat und sie das, so wie ich das verstanden habe, damit verbunden hat.
Diese öffentlich zugänglichen Kapitel waren die Schlüsselszenen des ersten Bandes und haben mir damit viel Freude bereitet.

Ganz ehrlich? Ich hatte gar nicht mehr damit gerechnet, dass das Buch jemals wieder erscheint. Umso größer war dann die Vorfreude, als es Anfang des Jahres angekündigt wurde. Ich musste dann auch am Erscheinungstag sofort in die Buchhandlung rennen, um es zu kaufen (nachdem ich es selbstverständlich vorbestellt hatte).

Meine anfängliche Freude erhielt aber leider relativ schnell einen Dämpfer.

Der Schreibstil hat sich absolut nicht verändert und ich liebe ihn immer noch.

Die Geschichte ja im Prinzip nicht neu. Das war mir auch im Vorhinein bewusst und das muss auch jedem bewusst sein. Großartige Wendungen oder Überraschungen darf man nicht erwarten.

Edward wird im Buch sehr gut dargestellt und es wird seinem Charakter vollständig gerecht. Er hat als Vampir die besondere Fähigkeit, die Gedanken anderer zu lesen, was einem einen „Rundumblick“ in die Köpfe und Gedanken der anderen Buchcharaktere gibt und daher für den Leser äußerst praktisch ist. Man erfährt viel über Hintergründe, Gedanken und Gefühle der anderen, was natürlich als Hardcore-Fan spannend und erfreulich ist.

Nun aber zu dem Aspekt, der mich etwas gestört hat. Edward denkt viel nach. Sehr viel. Er grübelt die ganze Zeit, wodurch es sich an vielen Stellen wirklich gezogen hat. Das erklärt auch die Länge des Buches. Leider wiederholt er sich ziemlich oft, was ja auch im Leben normal ist, schließlich denkt man über vieles öfter als nur einmal nach, aber in einem Buch etwas anstrengend.

Da Edward ja ein Vampir ist, denkt er schneller als normale Menschen. Dadurch hat sich die Handlung auch gezogen, da Edward zwischen den Handlungselementen natürlich auch viel nachgedacht hat und sich die Handlung dann erst fortgesetzt hat, nachdem er einen ewigen Monolog gehalten hat.

Ich habe dementsprechend ziemlich lange für das Buch gebraucht (über eine Woche), einfach, weil sich die Handlung nicht in der Schnelligkeit ergeben hat, die ich gerne und schnell lese.

Was mich auch ziemlich überrascht hat, ist, dass Edward teilweise wirklich übertriebene Anwandlungen zeigt, die über die normale Liebe zwischen zwei 17-jährigen weit hinaus geht. Das war mir in den Büchern aus Bellas Sicht gar nicht so bewusst. Wie viel Zeit Edward z.B. darin investiert, Bella zu beobachten und zu beschützen, nimmt wirklich kranke Züge an.

Letztendlich wird in diesem Buch auch viel deutlicher, dass Edward als 17-jähriger in seiner Entwicklung einfach stehen geblieben ist. Auch dieses aufregende, dennoch zermürbende der ersten großen Liebe erlebt man mit ihm. In den Büchern aus Bellas Sicht kam er mir so souverän und perfekt vor. Das hat Bella aber letztendlich nur so wahrgenommen, was mir im Nachhinein klar geworden ist. Leider wurde mir auch mein Bild von Edward dadurch etwas kaputt gemacht.

Und was mich an Edward auch etwas gestört hat, ist, dass er ziemlich viel auf sich bezieht und sich die Schuld an Ereignissen gibt, für die er nichts kann oder die sich einfach so ergeben haben. Was er Bella ja auch teilweise vorwirft. Dann kommt noch das aller schlimmste hinzu: Ich hasse es total, wenn Personen meinen, Entscheidungen treffen zu müssen, die auch andere Leute betreffen, aus dem Antrieb heraus, dass es diesen anderen Leuten dann besser geht. So wird zum Beispiel deutlich, dass Edward Bella eigentlich verlassen will, weil er meint, es sei besser für sie. Das wissen wir schon, aber es regt mich deshalb nicht weniger auf.

Das Cover des Buches hat mich zu Beginn etwas verwirrt und ich finde es ehrlich gesagt auch nicht sehr schön. Allerdings hat sich der Granatapfel als kleines Leitmotiv herausgestellt, wodurch die Auswahl verständlich wurde.

Fazit

Biss zur Mitternachtssonne ist nur etwas für wirkliche Twilight-Hardcore-Fans. Die Handlung ist nicht neu und damit auch nicht überraschend, weshalb man dieses Buch mit der Intention lesen muss, mehr über Edward und andere Buchcharaktere zu erfahren, was man ja praktischerweise aufgrund der Tatsache, dass Edward Gedanken lesen kann, tut.

Das Buch zieht sich an vielen Stellen unheimlich, weil Edward so viel nachdenkt und grübelt. Das macht ihn aber auch aus.

Ich werde das Buch wahrscheinlich (im Gegensatz zu denen aus Bellas Sicht, die ich immer wieder lesen kann und werde) nicht noch einmal lesen. Vielleicht blättere ich noch mal durch meine Lieblingsszenen.

Trotz allem negativen: Ich habe mich sehr darüber gefreut, noch mal aus Edwards Sicht in Band 1 eintauchen zu können, was an einigen Stellen wirklich interessant war. Man konnte viel über andere Charaktere erfahren und somit hatte das Buch für mich persönlich letztendlich auch einen Mehrwert. Aber nur, weil ich mich auch über jede Kleinigkeit freue, weshalb ich auch verstehen kann, weshalb viele so enttäuscht sind.

Ich bräuchte auf keinen Fall die gesamte Reihe aus Edwards Sicht noch einmal, nur Biss zum Ende der Nacht wünsche ich mir wirklich noch aus seiner Perspektive. Es wäre unglaublich spannend, alles was in diesem Buch bewegendes und mitreißendes passiert, aus seiner Sicht und damit auch aus Sicht anderer Charaktere zu lesen. Gerade auch die Auseinandersetzung mit den Volturi.

Es bleibt also nur zu wünschen und zu hoffen.

3,5/ 5 Sternen

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